AK Natur in der Stadt: Managementpläne für Münchner Biotope Teil 2 (Auszug)

Die Biotope der Münchner Innenstadt
Zustand – Konflikte - Maßnahmeempfehlungen
(Dezember 2003)

Herausgeber:
Landesbund für Vogelschutz – Kreisgruppe München
Klenzestr. 37
80469 München

Gregor Louisoder - Umweltstiftung
Brienner Str. 46
80333 München

Autoren:
Dr. rer. nat. Heinz Sedlmeier
Landesbund für Vogelschutz – Kreisgruppe München
Klenzestr. 37
80469 München

Ulrich Schwab
Am Wiesenhang 86
81377 München


1 Naturschutz in der Münchner Innenstadt

„Naturschutz und Landschaftspflege finden laut Naturschutzgesetz auf 100 % der Stadtgebietsfläche statt. Der Artenschutz für den eine Vielfalt von Gründen spricht, ist somit auch in der Innenstadt eine raumbeanspruchende Flächennutzung. Sämtliche Freiräume der Stadt werden ständig von wildwachsenden Pflanzen und wildlebenden Tieren besiedelt. Die ökologischen Ansprüche dieser Arten stehen oft in Einklang mit den urbanen Lebensbedingungen, so dass viele Arten nicht schutzbedürftig sind. Besonders auf extensiv genutzten Flächen können sich jedoch Arten ansiedeln, die bei einem Nutzungswandel oder einer Nutzungsintensivierung bedroht werden.“ (Sukopp u. Wittig, 1993)
Zwischen Naturschutz und urbanen Nutzungsformen muss demnach kein Widerspruch bestehen. Auch das Zentrum einer Großstadt kann eine hohe Artenvielfalt aufweisen, obwohl naturnahe Flächen weitgehend fehlen. So kommen in z. B in Berlin in der Zone geschlossener Bebauung 380 Arten von Samenpflanzen vor; in der äußeren Randzone der Stadt nur 357 (Kunick, 1974).
Die Artenvielfalt der Stadt ist zu einem erheblichen Teil durch die Vielfalt an Nutzungen bedingt. Gewerbe, Wohnen, Bahn- und Militärflächen, Grünanlagen, Parks, Stadtgewässer und Brachen wechseln bei den meisten deutschen Städten wie auf einem Flickenteppich miteinander ab. In diesem Punkt ist die Münchner Innenstadt inzwischen aber zu einer Ausnahme geworden, da sie trotz stetig steigender Versiegelung an Nutzungen immer mehr verarmt. Vor allem Wohnen, Büros und intensiv gepflegte Grünanlagen mit hohem Nutzrasenanteil nehmen zu; Stadt- und Bahnbrachen, Lagerflächen; Gewerbeflächen mit produzierendem Gewerbe und nur extensiv gepflegte Grünflächen nehmen ab. Grund dafür sind die in der Münchner Innenstadt exorbitant hohen Grundstückspreise, die eine längere Brachezeit oder wenig produktive Nutzungen wie Lagerflächen nicht zulassen.

Gerade bei einem durch hohe Grundstückspreise verursachten Nutzungsdruck spielt die Stadtplanung eine entscheidende Rolle beim Arten- und Biotopschutz. Sie muss dafür sorgen, dass bei der Stadtentwicklung ökologische Prinzipien, trotz vieler gegenläufiger Nutzungsansprüche, ausreichend berücksichtigt werden. Grundlage hiefür ist in München die Leitlinie Ökologie, die am 21. März 2001 vom Münchner Stadtrat beschlossen wurde. Mit dieser Leitlinie will die Stadt München „die langfristige Sicherung des Artenpotentials der wildwachsenden Pflanzen und wildlebenden Tiere in ihren Lebensräumen durch Erhalt und Aufbau eines Netzes naturnaher Flächen im gesamten Stadtgebiet, sowohl in den bebauten als auch in den unbebauten Bereichen“ erreichen. Zur Umsetzung dieser Planungsziele stehen der Stadt inzwischen mehrere Möglichkeiten offen

  • Im Münchner Flächennutzungsplan mit integrierter Landschaftsplanung (FNP) wurde die Kategorie der „Ökologischen Vorrangfläche“ geschaffen (LHM, 2002). Auf diesen Ökologischen Vorrangflächen soll der Naturschutz gegenüber anderen Nutzungsansprüchen einen bevorzugten Stellenwert genießen. Im Bereich der Innenstadt wurde von diesem Instrument allerdings nur einmal bei einer kleinen Fläche im Olympiapark Gebrauch gemacht.
  • Um der Verinselung innerstädtischer Biotope entgegenzuwirken, sind im FNP auch Grünbeziehungen und Grünzüge dargestellt, die langfristig erhalten bzw. wiederhergestellt werden sollen. Beispielsweise ist die Linie zwischen Westpark, Bavariapark, Theresienwiese und einer Grünanlage direkt am Altstadtring als übergeordnete Grünbeziehung geplant.
  • Ein weiteres schon seit längerer Zeit bestehendes Mittel des amtlichen Naturschutzes ist die direkte Sicherung einer Fläche nach Naturschutzrecht, z.B. als Landschaftsschutzgebiet oder als Geschützter Landschaftsbestandteil.

Ebenso wichtig wie die planerischen Vorgaben ist natürlich deren Umsetzung. Im Gegensatz zu den Randbereichen der Stadt, wo die Umsetzung ökologischer Maßnahmen durch zersplitterte Besitzverhältnisse erschwert ist, sind die Voraussetzungen in der Innenstadt sehr viel günstiger. Die Freiflächen der Münchner Innenstadt, die den überwiegenden Teil der verbliebenen Artenvielfalt bergen, sind größtenteils im Besitz der öffentlichen Hand. Einer Umsetzung der Leitlinie Ökologie oder den ähnlichen Leitvorstellungen von Bund und Land, steht deshalb kaum etwas entgegen. Als eine Erschwernis bei der schnellen Umsetzung fachlicher Vorgaben könnte die Organisationsstruktur der Verwaltungen wirken. Die Referate oder Fachabteilungen, die sich konkret mit der Pflege von Grünanlagen oder Parks vor Ort befassen, sind fast immer strikt getrennt von den Abteilungen, die sich mit der Erarbeitung der naturschutzfachlichen Vorgaben und der Grünplanung befassen. So sind bei der Landeshauptstadt München der Naturschutz und die Landschaftsplanung beim Referat für Stadtplanung und Bauordnung angesiedelt, die Pflege von Friedhöfen, Parks und Grünanlagen beim Baureferat.

Die beiden größten Naturschutzverbände in München, der Landesbund für Vogel­schutz (LBV) und der Bund Naturschutz (BN) sind in der Münchner Innenstadt hauptsächlich im Artenschutz aktiv. Stützende Maßnahmen werden unter anderem für Wanderfalke, Wasseramsel, Mauersegler und Fledermäuse durchgeführt. Darüber hinaus versuchen die Verbände ihren naturschutzfachlichen Argumenten im Rahmen von Planfeststellungs- und Bebauungsplanverfahren Geltung zu verschaffen. Bisher wird, im Gegensatz zum Stadtrandbereich, in der Innenstadt keine schutzwürdige Fläche von den Naturschutzverbänden gepflegt. Dies liegt vor allem daran, dass die Pflege der Innenstadtbiotope aufgrund der Besitzverhältnisse eine Aufgabe der öffentlichen Hand oder der Bahn ist. Außerdem stoßen LBV und BN schon beim Versuch zumindest die Heide- und Moorflächen am Stadtrand zu erhalten, an die Grenzen ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit.


2 Das Untersuchungsgebiet

Diese Studie befasst sich mit der Natur in der Münchner Innenstadt. Als Innenstadt wurde dabei die Stadtfläche innerhalb des Mittleren Rings definiert. Der Mittlere Ring, Stadtautobahn und Hauptverkehrsader Münchens, umschließt eine Gesamtfläche von 4.400 ha. Das sind 14 % des Stadtgebietes. Die Flächennutzung in diesem Teil der Stadt beschränkt sich auf Wohn- und Gewerbegebiete und eine Reihe von Grünanlagen. Der Versiegelungsgrad der Innenstadt liegt zwischen 60 % und 70 %.
Naturräumlich liegt das Stadtgebiet von München innerhalb der Münchner Schotterebene. Im diesem Naturraum treten nur Kalkschotter und andere Kalkgesteine als Oberflächengesteine auf.
Das Stadtgebiet innerhalb des Mittleren Rings hatte 1996 475.000 Einwohner, was mehr als 10.000 EW / km2 entspricht. Außerdem lagen 463.000 Arbeitsplätze innerhalb des Mittleren Ringes. (Angaben, Planungsreferat München).

Vertieft untersucht wurden in dieser Studie 40 Flächen, die im Folgenden als Innenstadtbiotope bezeichnet werden. Die Innenstadtbiotope besitzen eine Gesamtfläche von etwa 530 ha, das entspricht etwa 12 Prozent der Innenstadtfläche. Die 40 Innenstadtbiotope beinhalten fast alle großen Freiflächen wie die Isarau, die Maximiliansanlagen, den Westpark und den Olympiapark. Nur vom Englischen Garten wurde lediglich das Bachsystem untersucht. Der übrige Teil war bereits Bestandteil des ersten Teils der Studie „Managementpläne für Münchner Biotope“ (LBV, 2002). Neben den großen Freiflächen wurden auch fast alle kleineren Parks, die Stadtbäche und Kleingartenanlagen untersucht. In Innenstädten generell, und nachgewiesenermaßen auch in München, ist auf Bahnflächen, Stadtbrachen und extensiv genutzte Gewerbeflächen ein besonderer Artenreichtum zu erwarten (vgl. Sukopp und Wittig, 1993; Springer, 1985; Bräu und Schwibinger, 2001; Schwibinger und Bräu, 2001). Deshalb wurde auch ein großer Teil dieser Innenstadtbereiche in die Studie aufgenommen. Lage und Bezeichnung aller 40 untersuchten Flächen finden sich in der Übersichtskarte.


3 Methodik
Grundlage der vorliegenden Studie ist die mehrmalige Begehung jeder der 40 untersuchten Flächen durch die beiden Autoren in den Jahren 2002 und 2003. Dabei wurde sowohl die vorkommende Artenzusammensetzung soweit als möglich erfasst, als auch die vorhandenen Nutzungen, Konflikte und Defizite dokumentiert. Zusätzlich wurde von Dr. Hans Reimann 2002 eine gezielte Kartierung von Tier- und Pflanzenarten durchgeführt, die charakteristisch für bestimmte Biotope sind (z.B. Zaunkönig, Zilpzalp, Eichhörnchen, Buschwindröschen, Feld- und Laubheuschrecken u. a.).
Neben der direkten Datenerhebung bei den Biotopbegehungen wurden auch vorhandene Datenquellen ausgewertet. Vor allem Erhebungen der beiden Autoren zu den Artengruppen Höhere Pflanzen, Farne, Laub- und Lebermoose und Flechten wurden ausgewertet.
Ebenfalls ausgewertet wurde die Münchner Stadtbiotopkartierung (LHM, 2000). Daten, die aus dieser Kartierung übernommen wurden, sind in der vorliegenden Studie mit dem Kürzel BK und einer Jahreszahl gekennzeichnet. So bedeutet z.B. Eisvogel (BK 1998), dass der Eisvogel auf der angegebenen Fläche im Jahr 1998 in der Stadtbiotopkartierung erfasst wurde.
Die verwendete Nomenklatur und der Gefährdungsgrad für die einzelnen Arten wurde aus der in folgender Tabelle zusammengestellten Literatur übernommen.


Nomenklatur
Rote Liste Bayern o. BRD 
Säugetiere Angermann, 1995 Kraus et al., 1992; Richarz u. Schlapp, 1992
Vögel Bauer et al., 2002 Bauer et al., 2002
Reptilien Peters, G., 1995 Heusinger et al., 1992
Amphibien Günther, R., 1995 Krach et al., 1992
Fische Deckert, K., 1995 Bohl, 1992
Tagfalter Weidemann, 1995 Geyer und Bücker, 1992
Heuschrecken Schlumprecht u. Waeber, 2003 Schlumprecht und Waeber, 2003
Höhere Pflanzen, Farne Wisskirchen u. Haeupler, 1998 Schönfelder, 1987
Laub- und Lebermoose Koperski et al., 2000 Meinunger und Nuss, 1996
Flechten Wirth, 1995 Wirth et al, 1996
Tabelle1: Nomenklatur und Gefährdungsgrad

4 Umweltfaktoren in der Münchner Innenstadt
4.1 Niederschläge, Luftfeuchte, Temperatur

Die mittlere Jahressumme des Niederschlags beträgt im langjährigen Mittel in München etwa 950 mm, wobei etwa zwei Drittel der Niederschlagsmenge in der Zeit von Mai bis Oktober fallen. Regenreichste Monate sind der Juni und der Juli.
An der innerstädtischen Messstelle Lothstraße wurde 1998  ein Monatsmittelwert der Luftfeuchte im Januar bei 80 % gemessen. In den übrigen Monaten lag er zwischen 55 und 70 %. Außer im Dezember und Januar fiel die Luftfeuchte tageweise immer wieder unter 60 %. An der Luftmessstation des Münchner Flughafens, der außerhalb der Stadt im Erdinger Moos liegt, lag der Monatsmittelwert der Luftfeuchtigkeit 1997 von November bis Januar bei über 90%. Der Tiefstwert lag noch über 75 %. Auch die niedrigsten Tagesmittelwerte lagen nie unter 60 % (LFU, 1998). Aus dem Vergleich der beiden Messstellen Lothstraße und Flughafen wird deutlich, dass die Luftfeuchtigkeit in der Innenstadt reduziert ist und weitaus stärker schwankt als im Umland. Wahrscheinlich ist die geringe Artenzahl hygrophiler Tier- und Pflanzenarten auf diesen Umstand, die so genannte „Stadttrocknis“ zurückzuführen.

Die Jahresdurchschnittstemperatur im Großraum München liegt bei etwa 8°C (Schäfer, 1982). Die Verhältnisse der Innenstadt weichen davon allerdings erheblich ab (Bründl, 1980). Bereits seit Jahrzehnten ist nachgewiesen, dass hoch versiegelte Städte ein eigenes Stadtklima aufweisen. Dieses zeichnet sich gegenüber dem Umland durch Überwärmung und stärkere Temperaturschwankungen aus. Ebenso treten Inversionen häufiger auf. Die Höhe der Überwärmung korreliert mit der Versiegelung. Eine Erhöhung der Versiegelung um 10 % bedeutet eine Erhöhung der Jahresdurchschnittstemperatur um 0,3°C (Zimmermann, 1982; Fezer, 1995). In der Münchner Innenstadt ist somit von einer Überwärmung von etwa 2°C auszugehen. Noch extremere Verhältnisse können bei den Oberflächentemperaturen auftreten. Die Temperaturunterschiede zwischen den städtischen Wald- und Betonflächen können an Sommertagen etwa 30°C erreichen (www.muenchen.de/referat/rgu/umwelt­daten/luft_klima/klima/).

4.2 Luftschadstoffe
- alle Messwerte aus Bayerisches Landesamt für Umweltschutz (1999)

4.2.1 Schwefeldioxid

Der Jahresmittelwert der SO2-Belastung lag 1997 in der Münchner Innenstadt bei etwa 0,006 mg/m3 (Luftmessstation Lothstraße). Auch am sehr verkehrsreichen, dicht bebauten und damit schlecht durchlüfteten Stachus wurden nur 0,008 mg/m3 erreicht. Auch die höchsten gemessenen Halbstundenmittelwerte lagen meist deutlich unter 0,1 mg/m3. Ähnlich niedrige Werte werden bereits seit Anfang der 1990er erreicht, Anfang der 1980er lagen die Werte noch fünf- bis achtmal so hoch. Auch im Vergleich zu anderen Landesteilen Bayerns liegt der Münchner Mittelwert noch im unteren Bereich. Lediglich im Alpenbereich wurde am Wankgipfel mit einem Wert von 0,000 mg/m3 ein deutlich niedrigerer Wert gemessen.
Extremwerte der SO2-Belastung in Deutschland wurden vor 1990 in den verstädterten Bereichen Mittel- und Nordostdeutschlands gemessen. Dort lagen die S02 Jahresmittelwerte dreißig- bis fünfzigmal höher als derzeit in München, z.B. in Leipzig (1989) bei 0,184 mg/m3 (Sächsisches Staatsministerium, 1992).
Schwefeldioxid ist derzeit als Schadfaktor für die innerstädtische Flora und Fauna weitgehend auszuschließen.

4.2.2 Saure Niederschläge
1997 durchgeführte ph-Wert Messungen (Monatsmittelwerte) des Niederschlagswassers an neun Stationen im Münchner Stadtgebiet ergaben zum größten Teil Werte zwischen 6,5 und 7,5. Selten wurden Werte über 8, im Extremfall bis 9,7 (Station Pullach / Mai) gemessen. Der niedrigste Wert 4,8 wurde im Dezember an der Station München Moosach erreicht.
Aus den Messungen des ph-Wertes des Niederschlagswassers und der SO2-Belastung kann gefolgert werden, dass eine relevante Versauerung von Oberböden oder Oberflächen im gesamten Stadtgebiet nicht zu erwarten ist. Es ist eher von einer leichten Verschiebung der umweltrelevanten ph-Werte nach oben auszugehen.

4.2.3 Ruß
Rußemissionen sind im Wesentlichen verkehrsbedingt. Die Münchner Innenstadt weist ein sehr hohes Verkehrsaufkommen auf. Das dicht geknüpfte Hauptverkehrsstraßennetz wird nahezu überall von mehr als 30.000 KFZ/d genutzt. An den am stärksten befahrenen Straßenabschnitten werden mehr als 140.000 KFZ/d erreicht (Planungsreferat der Stadt München, 1994). Dies erklärt warum der Jahresmittelwert der Rußbelastung 1997 an 17 von 18 Messstationen den gültigen Prüfwert der BImSchV von 8 lg/m3 überschritten hat. Der Extremwert lag bei 20,7 lg/m3. Augenfällig wird die hohe Rußbelastung vor allem an Straßen mit hoher Verkehrsbelastung und zahlreichen Ampeln (Stop and Go - Verkehr). An solchen Straßen, z.B. der Sonnenstraße (ca. 50.000 KFZ/d) und dem Nordabschnitt der Dachauer Straße (ca. 40.000 KFZ/d) sind z. B. die Rinden der Straßenbäume rußgeschwärzt.

4.2.4 Stickoxide
Der Hauptemmitent für Stickoxide ist der Straßenverkehr. Die gleitenden 12 Monatsmittelwerte der Münchner Innenstadt lagen für NO bei ca. 0,07 mg/m3 und für NO2 bei ca. 0,05 mg/m3. Zum Vergleich: am Wankgipfel bei Garmisch-Partenkirchen war 1997 kein NO in der Luft messbar. Der N02 Anteil der Luft war um mehr als eine Zehnerpotenz geringer als in der Münchner Innenstadt. Es kann deshalb davon ausgegangen werden, dass Böden, Oberflächen und Niederschlagswasser im Vergleich zum Umland stark eutrophiert sind.


4.2.5 Schwebstoffe
Der durchschnittliche Gesamtstaubniederschlag lag 1997 am verkehrsreichsten Platz der Münchner Innenstadt dem Stachus bei etwa 345 mg/(m2*d). Dies würde hochgerechnet einen Staubniederschlag von 1,2 t/(ha* a) bedeuten. An der in der Münchner Peripherie gelegenen Station Johanniskirchen wurde ein mit etwa 32 mg/(m2*d) zehnfach geringerer Wert erreicht.
Dies verdeutlicht, dass sich die Staubimprägnierung von Oberflächen und Böden zwischen Umland und Stadt, aber auch zwischen verkehrsreichen und eher abgelegenen Plätzen innerhalb der Stadt erheblich unterscheiden kann. Dies wirkt sich natürlich stark auf die kleinräumlichen Lebensbedingungen zahlreicher Tier- und Pflanzenarten aus.


6 Zustand und Artenzusammensetzung der Biotope
(wird ergänzt)

7 Nutzungen, Konflikte, Maßnahmevorschläge
(wird ergänzt)

8 Literaturverzeichnis
(auf Anfrage)