Münchner Biotope: Garten des Herzzentrums an der Lazarettstraße   

Lage

zwischen Maxvorstadt und Neuhausen an der Lazarettstraße

Schutzstatus Geschützter Landschaftsbestandteil (LB)
Mü. Stadtbiotop Nr. 149
Flächennutzung Gemeinbedarfsfläche - Gesundheit
Flächengröße 0,9 ha

  
Geschichte, Geländebeschreibung, Vegetation
Das Herzzentrum an der Lazarettstraße liegt auf dem Gelände des ehemaligen königlich bayerischen Garnisonslazaretts, mit dessen Bau 1868 begonnen wurde. Aus dieser Zeit stammt wohl auch die umgebende Gartenanlage. (Angaben aus:
http://www.batum.bayern.de/html/body_deutsches_herzzentrum_munchen.html). 


Stehende Totholzstämme sind ein unverzichtbares Biotopelement für viele Vogelarten, Käfer und Pilze

Der umzäunte, für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Garten wird größtenteils von einem alten, waldähnlichen Laubgehölzbestand eingenommen. Infolge sehr geringer Nutzungs- bzw. Pflegeintensität gibt es reichliche Naturverjüngung der Bäume und auch die Sträucher haben sich zu flächenhaft dichtem Gebüsch entwickelt. In der Strauchschicht sind neben heimischen Arten wie der Hasel auch einige vor Jahrzehnten gepflanzte Ziergehölze enthalten, z.B. Mahonie, Goldregen und Flieder. Nur kleine Teilbereiche des Gehölzbestands, vor allem im Südteil des Gartens, haben kaum Strauchunterwuchs. Hier sind von Hain-Rispengras und Wald-Zwenke dominierte Grasfluren entwickelt. Vor allem an den lichten Innensäumen kommt reichlich die Ährige Teufelskralle vor. Der Baumbestand setzt sich vor allem aus Spitz-Ahorn mit Schwerpunktvorkommen im Nordosten sowie aus Sommer-Linde mehr im Süden und stellenweise auch der Hainbuche zusammen. Die sonstigen Baumarten sind nur vereinzelt beigemischt. Bemerkenswert sind im Südteil zwei gut 40 cm dicke, noch stehende Totholz- Baumstämme, zwei dickstämmige, durch Miniermotten geschädigte Rosskastanien und ein Spitz-Ahorn mit einem Stammdurchmesser von ca. 100 cm.

Im Mittelteil des Gartens befindet sich eine verwachsene, kaum mehr genutzte Einfahrt und eine gemähte, relativ artenarm erscheinende, aber moosreiche Magerwiese mit einem Vorkommen der Wiesen-Flockenblume. Die Wiese wird von schmalen lückigen Baumhecken sowie nährstoffliebenden, von Bäumen überschirmten Krautfluren eingerahmt. Ein kleiner, kaum mehr genutzter Spielplatz ist durch einen nach Südwesten führenden Trampelpfad angebunden. Neben dem Gebäude an der Südecke des Gartens verläuft ein ca. 3 m breiter, weitgehend ungenutzter Schotterweg. Er besitzt eine bemerkenswerte, schattenverträgliche Pioniervegetation. An den Weg schließt eine wärmebegünstigte Granitpflasterfläche an, in deren Pflasterfugen der Wärme liebende Weiße Mauerpfeffer gedeiht.

Artenzusammensetzung
Vorkommen gefährdeter Arten
(* = gepflanzt)
*Weiß-Tanne, *Eibe, Feld-Ulme; Grünspecht; 
Moose und Flechten: nicht untersucht

Gehölze
Spitz-Ahorn, Berg-Ahorn, Rosskastanie, Hainbuche, Deutzie, Buche, Esche, Efeu, Goldregen, Mahonie, Pappel, Kratz-Beere, Brombeere, Spierstrauch, Flieder, Sommer-Linde

Gräser und Kräuter
Giersch, Kriechender Günsel, Wald-Zwenke, Sparrige Segge, Wiesen-Flockenblume, Rasen-Schmiele, Schmalblättriges Weidenröschen, Wald-Erdbeere, Wiesen-Labkraut, Ruprechtskraut, Gewöhnliche Nelkenwurz, Ährige Teufelskralle, Hain-Rispengras, Wiesen-Klee

Problempflanzen = Invasive Neophyten (<0,3%-Deckungsanteil)
Kanadische Goldrute, Schneebeere

Besondere Pflanzengesellschaften
·         Gierschfluren
·         naturnaher frischer Sommerwald

Fauna
Stein-Marder, Ikarus-Bläuling, Nachtigall-Grashüpfer, hohe Ameisendichte

Besondere Strukturen
·         Dichtes Gebüsch
·         Baumhöhlen
·         Dickstämmige Bäume (>75 cm Durchmesser in 1 m Höhe)
·         Totholz/Totholzlagerhaufen