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Geschichte, Geländebeschreibung, Vegetation
Am Platz der Alten Haidhauser Kirche steht wohl schon seit über 1.000
Jahren eine Kirche. Belegt ist die Geschichte der Kirche, die schon immer
einen umgebenden Friedhof besaß, seit Anfang des 14. Jahrhunderts.
Zusammen mit dem Alten südlichen Friedhof stellt der Friedhof Haidhausen
wahrscheinlich die älteste Grünanlage in der Münchner Innenstadt
(innerhalb des Mittleren Rings) dar.
Die knapp 3 ha große rechteckige Friedhofsanlage mit vier gerade
verlaufenden, wassergebundenen Hauptwegen von 2-3 m Breite in Nord-Südrichtung
ist größtenteils von einer 3 m hohen Ziegelmauer umgrenzt. Auf den etwas
schmäleren Querwegen findet man teilweise Anflüge von Trittrasen mit
Einjährigem Rispengras und grasbewachsene Wegränder. Die Fläche ist
fast vollständig mit altem Baumbestand mit lichtem Kronenschluss
bewachsen. Es dominieren Spitz-Ahorn und Buche, beigemischt sind aber auch
viele weitere Baumarten, darunter einige Feld-Ulmen und Robinien mit
Stammdurchmessern von 40-50 cm. Die Basis vieler Baumstämme ist
moosreich, die Stämme sind vereinzelt mit Efeu berankt. |
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Bemerkenswert
sind je ein besonders dickstämmiger Spitz-Ahorn und eine Flatter-Ulme mit
Brettwurzeln im Nordteil des Friedhofs. Die Krautschicht ist in diesem
Teilbereich infolge von ausgebrachtem Häckselmaterial sehr spärlich
entwickelt. Kleinflächig kommt die Hohe Ambrosie vor. Trotz häufiger
Mahd ist die Krautschicht ziemlich artenreich und von Waldbodenpflanzen
geprägt, besonders von Veilchen und der Wald-Segge. Stellenweise sind
unter den Baumkronen aufwuchsschwache Moosrasen entwickelt. Sowohl im
Norden als auch im Süden sind sehr kleinflächig magere, artenreiche
Blumenrasen mit hohem Kräuteranteil ausgebildet. Auch die Staudensäume
an den Rändern des Friedhofs sind stark ausgemäht. Der Flächenanteil
der Grabstätten ist mit gut 20% ziemlich gering, 5-10% der Grabstätten
sind mäßig bis stark verwildert. Sie stellen Refugien für ungemähte
Gras- und Staudenfluren magerer Standorte dar. In manchen Fällen wachsen
bereits mehrjährige Sukzessionsgehölze auf.
Der Friedhof ist auf der Nordseite mit einer bis zu 4 m hohen
Nagelfluhmauer zur Einsteinstraße abgegrenzt. Die Mauerkrone ist mit
Moosen bewachsen, westseitig auch mit Wildem Wein. In Mauerfugen findet
man stellenweise Mauerraute, Wurmfarn und Zarten Mauerlattich. Südlich
der Kirche auf der Südseite schließt ein altes Kleinsteinpflaster mit
Trittrasenvegetation, u. a. Kleinem Liebesgras und Zartem Mauerlattich an.
An der Innenseite der Mauer stehen zwei markante Hohe Weiden, deren Kronen
weit über den Gehsteig der Kirchenstraße hinausragen.
Die Moos- und Flechtenflora des Friedhofs ist bedeutend. Es kommen allein
36 baumbewohnende Arten, darunter zahlreiche Arten der Roten Liste gefährdeter
Moose Bayerns vor. |
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Artenzusammensetzung
Vorkommen gefährdeter Arten
Flatter-Ulme, Feld-Ulme, Kornelkirsche
Moose: Lyell´s Goldhaarmoos, Stumpfblättriges Goldhaarmoos, Blasses
Goldhaarmoos, Zwerg-Goldhaarmoos, Schönes Goldhaarmoos, Vielfruchtmoos,
Papillen-Drehzahn, Grüner Drehzahn, Gewöhnliches Krausblattmoos u. a.
Flechtenarten: Parmelia tiliacea, Usnea hirta
u. a.
Gehölze
Spitz-Ahorn, Berg-Ahorn, Rosskastanie,
Moor-Birke, Hainbuche, Weißer Hartriegel, Hasel, Raue Deutzie, Buche,
Forsythie, Esche, Efeu, Rote Heckenkirsche, Hybrid-Pappel,
Alpen-Johannisbeere, Hohe Weide, Winter-Linde, Sommer-Linde
Gräser
und Kräuter
Giersch, Kriechender Günsel, Gewöhnlicher
Frauenmantel, Hohe Ambrosie, Wiesen-Kerbel, Mauerraute, Wald-Zwenke,
Wald-Segge, Rasen-Schmiele, Gewöhnlicher Wurmfarn, Kleines Liebesgras,
Garten-Wolfsmilch, Rotschwingel, Wilde Erdbeere, Wiesen-Labkraut,
Ruprechtskraut, Gewöhnliche Nelkenwurz, Mauer-Habichtskraut, Kleines
Habichtskraut, Gewöhnliches Ferkelkraut, Weiße Taubnessel, Rainfarn,
Pfennigkraut, Mauer-Lattich, Mittlerer Wegerich, Hain-Rispengras,
Wohlriechendes Veilchen, Hain-Veilchen
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