Münchner Biotope: Bavariapark

Lage

Theresienhöhe, westlich der Bavaria

Schutzstatus größtenteils Landschaftsbestandteil (LB)
Mü. Stadtbiotop Nr. 179
Flächennutzung Allgemeine Grünfläche

Flächengröße

ca. 8,5 ha

Leider zu selten: eine Altgrasflur nahe der Bavaria bleibt als Refugium für Blütenpflanzen und Insekten von der Vielfachmahd ausgespart

Vorbildliche Biotoppflege: der Grassaum am Gehölzrand wird nur einmal im Jahr gemäht und entwickelt sich als Rückzugsraum für eine vielfältige Kleintierwelt

Geschichte, Geländebeschreibung, Vegetation
Das Areal wurde auf Anweisung König Ludwigs I. von 1826 bis 1831 als Parkanlage angelegt. Nach der Enthüllung der Bavaria (1850) und der Fertigstellung der Ruhmeshalle (1853) wurde die Anlage in Bavariapark umbenannt. Zuvor war noch der Name Theresenburg gebräuchlich, weil an der Stelle der Ruhmeshalle ursprünglich ein Schloss geplant war. Ab 1907 entstand das benachbarte Messegelände und der Park wurde zum Ausstellungspark. Mit der Einstellung des Messebetriebes 1998 wurde auch der Westteil des Parks wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. 

Die Hauptfläche des Parks befindet sich westlich der Straße „Theresienhöhe“. Der Ostteil und fast die gesamten Randzonen werden von einem 20-30 m hohen Altbaumbestand aus vielerlei Laubbaumarten eingenommen. Vergleichsweise zahlreich im gesamten Park sind Spitz-Ahorne, in der Nordhälfte auch Rosskastanien. Im Unterwuchs findet man reichliche Naturverjüngung vor allem des Berg-Ahorns und der Esche und eher wenige gepflanzte Sträucher wie Alpen-Johannisbeere oder Berberitze. Der Altbaumbestand des Parks ist einer von nur zwei bekannten Schlafplätzen (im Winter) der Saatkrähe in der Münchner Innenstadt.

Im nördlichen Randbereich bilden zahlreiche 3-5 m hohe Eiben in Pyramiden- und Kriechformen eine mäßig dichte Strauchschicht. Die Krautschicht ist überwiegend spärlich entwickelt, nur an den wenigen Auflichtungen wird sie ziemlich dicht. Dort kommen Feuchtezeiger wie die Rasen-Schmiele vor. Im Nordosten, wo an mehreren Stellen Wegsäume ausgebildet sind, kommt auch ein kleiner Bestand des Hexenkrauts vor.
Im Südwestteil nehmen Buchen und Eschen einen höheren Anteil des Altbaumbestands ein. Am Südrand der zentralen Freifläche befinden sich eine sehr dickstämmige Blut-Buche und eine mächtige Esche. Unter lichtem Eichenbestand hat sich dort auf ebenem kiesig-sandigem Rohboden kleinflächig eine Pionierflur mit Reiherschnabel und Mehliger Königskerze entwickelt. Die zentrale Freifläche des Parks bildet eine artenarme Rasenfläche. Im Norden und Westen des Rasens erstreckt sich am leicht buchtigen Gehölzrand ein vorbildlich gepflegter, mehrere Meter breiter, absichtlich von der Mahd ausgesparter Grassaum. In diesem Saum sind bereits mit 10% Deckung junge Sukzessionsgehölze, u. a. Eichen enthalten.
Östlich der Straße „Theresienhöhe“ steht die von einer kleinen ovalen Grünanlage umgebene Ruhmeshalle mit der Bavaria. An der Rückseite der Statue befindet sich ein mäßig dichter, alter Buchenbestand. Der knapp 10 m hohe ostexponierte Hang der Hochterrassenkante trägt im Nordteil eine artenreiche Vegetation aus Grasfluren und Ruderalstauden. Im Südteil des Hangs sind eine mächtige Sommer-Linde mit drei Stämmen von je ca. 1,4 m Durchmesser und einige alte Eiben mit 30-40 cm Stammdurchmesser bemerkenswert.


Artenzusammensetzung
Vorkommen gefährdeter Arten
(* = gepflanzt)
*Eibe; 
Moose: Vielfrüchtiges Leskemoos, Verwandtes Goldhaarmoos, Lyell's Goldhaarmoos, Stumpfblättriges Goldhaarmoos, Blasses Goldhaarmoos, Zwerg-Goldhaarmoos, Schönes Goldhaarmoos, Gelbhaubiges Goldhaarmoos, Vielfruchtmoos, Fadiges Zwirnmoos, Papillen-Drehzahn
Flechten: Parmelia tiliacea, Parmelia subrudecta

Gehölze
Feld-Ahorn, Spitz-Ahorn, Rosskastanie, Berberitze, Moor-Birke, Hainbuche, Blutroter Hartriegel, Esche, Buche, Schwarz-Kiefer, Ahornblättrige Platane, Stiel-Eiche, Hunds-Rose, Vielblütige Rose, Winter-Linde, Sommer-Linde, Berg-Ulme

Gräser und Kräuter
Giersch, Rotes Straußgras, Große Klette, Wald-Zwenke, Aufrechte Trespe, Rundblättrige Glockenblume, Wald-Segge, Wiesen-Flockenblume, Gewöhnliches Hexenkraut, Gewöhnliche Kratzdistel, Bunte Kronwicke, Rasen-Schmiele, Reiherschnabel, Wald-Erdbeere, Wiesen-Labkraut, Ruprechtskraut, Gewöhnliche Nelkenwurz, Kleinblütiges Springkraut, Weiße Taubnessel, Gewöhnlicher Rainkohl, Rauer Löwenzahn, Hopfenklee, Große Bibernelle, Mittlerer Wegerich, Hain-Rispengras, Roter Wiesen-Klee, Gold-Hafer, Mehlige Königskerze, Wohlriechendes Veilchen

Problempflanzen = Invasive Neophyten (0,1%-Deckungsanteil)
Einjähriger Feinstrahl, Schneebeere

Fauna
Eichhörnchen, Kaninchen, Zilpzalp, Ikarus-Bläuling, Nachtigall-Grashüpfer, Gewöhnlicher Grashüpfer

Besondere Strukturen
dickstämmige Bäume (> 75 cm Durchmesser in 1 m Höhe)

Besondere Pflanzengesellschaften
Goldhaferwiese