Münchner Biotope: Augustiner Biergarten

Lage

Marsfeld, nördlich Arnulfstraße, östlich Zirkus-Krone-Straße

Schutzstatus

kein Schutzgebiet

Mü. Stadtbiotop Nr.

160

Flächennutzung

Allgemeine Grünfläche

Flächengröße

ca. 0,9 ha

 

Augustiner Biergarten

 

Biotopelement im Biergarten: Tuffsteingruppe an einer Hügelböschung

 
Geschichte, Geländebeschreibung, Vegetation
Der Augustinerbierkeller an der Arnulfstraße wird erstmals 1812 im Münchner Stadtplan erwähnt. Im Stadtadressbuch von 1842 wird er bereits zu „den schönsten von München“ gezählt. Seit 1895 sind wohl keine baulichen Änderungen mehr erfolgt (Angaben aus: http://www.augustinerkeller.de/de/Tradition/Geschichte_und_Geschichten.htm
Der an der westlichen Isar-Niederterrassenkante gelegene strukturreiche Biergarten ist südseitig zur Arnulfstraße mit einer neuen Betonmauer, nach Westen mit einem Holzzaun abgegrenzt. Auf der Ostseite befindet sich der Gebäudekomplex des Augustiner-Kellers. Die eigentliche, ca. 0,5 ha große Biergartenfläche ist eben und mit einer 10-20 cm hohen Rollkiesauflage ohne jeglichen Krautbewuchs abgedeckt. Das Gelände ist mit altem Baumbestand von 20-30 m Höhe ziemlich dicht überschirmt, wobei vital erscheinende Rosskastanien dominieren. Die mittleren Stammdurchmesser von 40-70 cm werden von zwei Bäumen mit knapp 90 cm Stammdurchmesser übertroffen. Auffallend sind Zwieselbildungen in 1-3 Metern Höhe an vielen Bäumen. Am südlichen und süd­westlichen Randbereich ohne Biergartentische überwiegen weniger dickstämmige Hainbuchen und Feld-Ahorne. Der Biergarten wird nachts mit einem System von Glühlampen in 4 m Höhe beleuchtet, das an Holzmasten befestigt ist.

Die im Südosten gelegene asphaltierte Zufahrt zum Gebäude steigt merklich an, das Gebäude des Augustinerkellers ist auf einem gut 2 Meter gegenüber dem Biergartengelände erhöhtem Plateau errichtet. Die ziemlich steilen, gebäudenahen Böschungen sind durchwegs mit Sträuchern unter mäßig hohem Laubbaumbestand bepflanzt, die spärliche Krautschicht enthält u. a. Zierprimeln und Maiglöckchen. Im Eingangsbereich des Gebäudes sind mehrere Pflanztröge mit Zierblumen aufgestellt. Auch der mehrere hundert Quadratmeter große Spielbereich für Kinder im Südwesten ist knapp 1,5 m erhöht angelegt. An allen Böschungen im Biergarten sind in unregelmäßiger, an mehreren Stellen konzentrierter Verteilung insgesamt mindestens 100 Tuffsteinblöcke angeordnet, die teils bemoost sind. Einige Tuffsteine im Eingangsbereich sind mit Kleinem Efeu und Fleißigen Lieschen bepflanzt. Nennenswerten Krautbewuchs findet man nur in der Südost- und Südwestecke, u. a. eine neophytenreiche Landreitgrasflur und eine niederwüchsige halbruderale Krautflur.

Artenzusammensetzung
Vorkommen gefährdeter Arten
Eibe; Moose und Flechten: nicht untersucht

Gehölze
Feld-Ahorn, Spitz-Ahorn, Rote Rosskastanie, Rosskastanie, Hainbuche, Blutroter Hartriegel, Eingriffliger Weißdorn, Buche, Esche, Stiel-Eiche, Schwarzer Holunder, Flieder, Winter-Linde, Sommer-Linde

Gräser und Kräuter
Hundspetersilie, Wiesen-Kerbel, Kleine Klette, Spreizende Melde, Landschilf, Schöllkraut, Maiglöckchen, Wilde Möhre, Gewöhnlicher Wurmfarn, Schmalblättriges Weidenröschen, Vierkantiges Weidenröschen, Gewöhnliche Nelkenwurz, Kleinblütiges Springkraut, Weiße Taubnessel, Aurikel, Wohlriechendes Veilchen

Problempflanzen = Invasive Neophyten (3%-Deckungsanteil)
Kanadischer Katzenschweif, Zwergmispel, Drüsiges Springkraut, Gewöhnliche Nachtkerze, Japan-Knöterich, Robinie, Kanadische Goldrute, Schneebeere

Besondere Pflanzengesellschaften: nicht vorhanden

Fauna
Eichhörnchen, Zilpzalp, Haussperling

Besondere Strukturen
·         Tuff-Felsblöcke
·         Dickstämmige Bäume (>75 cm Durchmesser in 1 m Höhe)