Münchner Biotope: Alter Botanischer Garten

Lage

Innenstadt, zwischen Elisen und Sophienstraße

Schutzstatus Geschützter Landschaftsbestandteil (LB)
Mü. Stadtbiotop Nr. 277
Flächennutzung Allgemeine Grünfläche

Flächengröße

ca. 3,7 ha


Eingang


Neptunbrunnen


Spielwiese

 
Geschichte, Geländebeschreibung, Vegetation
Der alte Botanische Garten, der unweit des Hauptbahnhofes inmitten dichter Bebauung liegt, wurde Anfang des 19. Jahrhunderts von Ludwig von Sckell angelegt. Der Portalbau gegenüber dem Justizpalast (erbaut 1812; Architekt: Hergoyen) stammt noch aus der Gründungszeit. Nach der Anlage des Neuen Botanischen Gartens in Nymphenburg (1914) wurde die ursprüngliche Funktion des Gartens hinfällig und er wurde 1937 zur Grünanlage umgebaut. Einige ältere Bäume und vielleicht auch einige verwilderte Kräuter stammen aber noch aus der Zeit des Botanischen Gartens.

Die zwischen dichter Bebauung gelegene Grünanlage ist durch ein dichtes, rechtwinkliges Wegesystem erschlossen und sehr vielgestaltig. Vor allem der mittlere Bereich ist mit alten Laubbäumen bestockt, es überwiegen Eschen und Sommer-Linden mit 40-50 cm Stammdurchmesser. Mit jeweils ein bis zwei Exemplaren kommen auch Exoten wie Mammut-, Tulpen- und Trompetenbaum vor. Diese Bäume entstammen wohl noch der Sammlung des damaligen Botanischen Gartens. Strauchunterwuchs findet man nur streifenweise überwiegend in den Randzonen, hauptsächlich standortfremde, teils immergrüne Arten wie Lorbeer-Kirsche, Deutzie und Kolkwitzie sowie Alpen-Johannisbeere und Heckenkirsche. Die Eingangsbereiche im Südosten und Norden wirken durch den ziemlich dichten Bewuchs mit 4-5 m hohen Eiben recht düster. Im Unterwuchs kommen im weiteren Umfeld des Kunstpavillons außerdem bodendeckender und kletternder Efeu, Sonderbarer Lauch, Hohler Lerchensporn, Funkien und andere Liliengewächse vor, naturnahe nährstoffreiche Krautfluren mit Giersch sind außerdem kleinflächig im Süden entwickelt.

Südlich des Park-Cafés befinden sich Säulen-Linden und streng geschnittene niedere Zierhecken aus Buchs und Kornelkirsche. Um die Rasenflächen, beiderseits des dortigen Granitpflasterwegs, stehen einige kümmerliche Hochstamm-Rosen. Den Neptun-Brunnen im Südosten umrahmen ca. 2 m breite Zierbeete mit Stauden- und Wechselbepflanzung in einem geringfügig gegenüber der Umgebung abgesenkten Parterre. In den Fugen der umgebenden Porphyrpflasterung gedeiht stellenweise der Milde Mauerpfeffer. Die Ränder des Parterres sind mit einer mehrfach unterbrochenen, 60-70 cm hohen Tuffsteinmauer umgrenzt, die stellenweise mit Laubmoosen und vereinzelt mit Mauerraute und Schöllkraut bewachsen ist.
Die Elisenstraße ist im Südwesten mit einer dichten, geschlossenen Hecke zum parallel verlaufenden Pflasterweg abgeschirmt. Nördlich angrenzend und am westlichen Rand sind Zierbeete mit Stauden, Beetrosen und Solitärsträuchern angelegt. Ein ausgedehnter umzäunter Kinderspielplatz mit einem Spielhaus besteht vorwiegend aus Scherrasen der auch einen flachen Hügel auf dessen Südseite einnimmt, er ist teilweise mit Laubbäumen überschirmt.

Artenzusammensetzung
Vorkommen gefährdeter Arten
(* = gepflanzt):
* Eibe;
Moose: Leskea polycarpa, Verwandtes Goldhaarmoos, Sumpfblättriges Goldharmoos, Zwerg-Goldhaarmoos, Viefruchtmoos, Papillen-Drehzahn, Grüner Drehzahn,
Flechten: Parmelia tiliacea

Gehölze
Spitz-Ahorn, Rosskastanie, Buchs, Hainbuche, Kornel-Kirsche, Deutzie, Esche, Efeu, Heckenkirsche, Kirschlorbeer, Berg-Johannisbeere, Rose, Schwarzer Holunder, Sommer-Linde,  Baumhasel, Eiche (Persien), Gelbholz, Geweihbaum, Gingko, Gleditsia, Hamamelis (Persien), Hopfenbaum, Kastanie (Mittelamerika), Kaukasische Flügelnuss, Katzurabaum (Lebkuchenbaum), Rot-Eiche, Magnolie, Urwelt-Mammutbaum, Weißer Maulbeerbaum, Japanischer Schnurbaum, Silberahorn, Taschentuchbaum, Tulpenbaum, Trompetenbaum; Zürgelbaum

Gräser und Kräuter (* = gepflanzt)
*Acanthus, Giersch, Wunder-Lauch, Bärlauch, Wald-Geißbart, Mauerraute, Taumel-Kälberkropf, Schöllkraut, Funkie, Milder Mauerpfeffer

Problempflanzen = Invasive Neophyten (1 %-Deckungsanteil)
Einjähriger Feinstrahl, Robinie, Schneebeere

Besondere Pflanzengesellschaften
·         Gierschfluren/Knoblauchsraukensäume

Fauna
Eichhörnchen, Zilpzalp, Großes Heupferd (BK 1998)

Besondere Strukturen
·         Trockenmauern
·         Dichtes Gebüsch
·         Dickstämmige Bäume (>75 cm Durchmesser in 1 m Höhe)

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Alter botanischer Garten:
Neptunbrunnen


Künstliche Felsen in der Stadt:
Tuffmauer mit Besiedelung durch die Mauerraute