Aktuelles: Offener Brief zum Thema "Alter südlicher Friedhof" (Februar 2010)

Sehr geehrter Herr Stadtrat Lorenz, sehr geehrte Damen und Herren der Münchner Naturschutzbehörde und der Münchner Friedhofsverwaltung,

in den letzten Jahren wird der Alte südliche Friedhof nach Maßgaben des Denkmalschutzes saniert. Die hohe Bedeutung des Friedhofes für den Denkmalschutz wird auch von den Münchner Naturschutzverbänden anerkannt. Dennoch müssen auch die Belange des Naturschutzes berücksichtigt werden. Der LBV hat in den letzten fünf Jahren darauf immer wieder - leider ohne großen Erfolg - hingewiesen.

Bis vor wenigen Jahren war der Friedhof wegen seiner überragenden Artenvielfalt an Moosen und Flechten und seiner für innerstädtische Verhältnisse außergewöhnlichen Vogelwelt auch von landesweiter Bedeutung für den Artenschutz. Durch die Sanierungsarbeiten hat der gesetzlich geschützte Landschaftsbestandteil diese Qualitäten fast vollständig verloren. Sehr bedauerlich dabei ist auch, dass die Qualitätsverluste aufgetreten sind, obwohl das Referat für Gesundheit und Umwelt die Verantwortung für den Friedhof übernommen hat. Gerade dieses Referat hat in fast allen anderen Punkten einen ausgezeichneten Ruf in Bezug auf Umwelt- und Naturschutz.

Noch weitere Einbußen an Artenvielfalt im Alten südlichen Friedhof sollten nicht hingenommen werden. Ich erinnere daran, dass wir  uns im Jahr der Biodiversität (von den Vereinten Nationen proklamiert) befinden. Der Alte südliche Friedhof ist zusammen mit dem Hofgarten das bedeutenste Biotop des historischen München. Der ständige unnötige Artenverlust in diesem Bereich stößt deshalb bei sehr vielen umweltbewussten Münchner Bürgern auf Unverständnis.

Im Namen des LBV bitte ich Sie ausdrücklich darum, weitere Maßnahmen, die die ökologische Leistungsfähigkeit des Biotops schädigen wie: Efeuentfernungen, Altbaumfällungen, Sandstrahlreinigungen oder Imprägnierungen uralter Steine auf das absolut notwendige Maß zu beschränken. Zurzeit werden wieder solche Maßnahmen durchgeführt. Außerdem wäre es notwendig, die zugesagten positiven Maßnahmen für den Biotopschutz: Wiederanpflanzen von Efeu, Umsetzung eines schonenden Mahdmanagements, Schaffung von Ruhezonen jetzt umzusetzen.

- Aufgrund des hohen öffentlichen Interesses leite ich diese Mail auch an weitere mit der Problematik befasste Bürger und Funktionsträger weiter. -

 Mit freundlichen Grüßen

 Dr. Heinz Sedlmeier